Umgebung für den Traum, den Ort der (Un)Ruhe und der Trauer. Im Atelier von Julia Maiquez Esterlich.

10-03-2022 / Franziska Opel

 

Atelieraufnahme Julia Maiquez Esterlich

 

Nachthemden –
dem Hauch von Nichts hängt die Erinnerung nach Getragenem an.
Eingetragen und eingeschrieben werden Gedanken des früheren Ichs;
dem kindlichen Ich.

Stoffbahnen –
trappiert mit endlosen Wiederholungen, Weiß auf Weiß.
Alles erscheint rein und reinlich.

unantastbar

Kunststoffhauben –
sie behüten, schützen in Objekte und Bildern eingefangene Emotionen.
Sie sind empfindlich.

unantastbar

Handschuhe –
immer wieder Handschuhe.
Einzelne oder in Paaren, ungetragen und

unantastbar

 

Atelieraufnahme Julia Maiquez Esterlich
Atelieraufnahme Julia Maiquez Esterlich

 

Tausendmal mit der Nadel durchbohrt.
Die Nadel, die sich meditativ ihren Weg durch den Stoff bahnt.
Geführt von weiblicher Hand.
Die Nadel, die den Schmerz versinnbildlicht.
Industriell rasant oder behaglich mit der Hand.

 

Atelieraufnahme Julia Maiquez Esterlich
Atelieraufnahme Julia Maiquez Esterlich

 

Alles macht Sinn was sinnlich ist.

Das metallene Bett – mit gläsernem Fuß,
die weißen Kissen – mit schwarzem Graffiti,
der überlange Kopfkissenbezug – mit makelloser Stickerei,

Umgebung für den Traum, den Ort der (Un)Ruhe und der Trauer.

Die Erotik rückt in den Hintergrund und
wenn sie in den Vordergrund gerät wird sie gerastert
und nostalgisch umspielt

im Jetzt

ruhen die fertigen Arbeiten
in Stoff eingewickelt und fest verschnürt.

 

Atelieraufnahme Julia Maiquez Esterlich

 

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